EBS-Skandal: Kein Job für Ex-Präsident Jahns bei der FAZ

Der Bericht über die Zusammenarbeit der FAZ mit der SMI Campus GmbH und den Gerüchten, dass der Ex-Präsident der EBS, Christopher Jahns, möglicherweise einen Managerposten bei der FAZ bekommt, sorgte bei dem Medienhaus für Missfallen und für neue Erkenntnisse.

So äußerte sich die FAZ erstmals eindeutig zu den immer wieder und von verschiedenen Seiten geäußerten Gerüchten, dass Jahns einen Job bei der FAZ-Gruppe übernehmen soll. „Herr Jahns ist nicht Mitarbeiter der FAZ oder einer Tochtergesellschaft der FAZ. Es besteht auch keine Absicht, Herrn Jahns in Zukunft als Mitarbeiter zu beschäftigen“, schreibt Josef Krieg, Leiter Neue Geschäftsfelder bei der FAZ.

Auch die Vermutung, dass FAZ-Geschäftsführer Tobias Trevisan Ende 2011 aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden ist, um künftig enger mit der SMI Campus GmbH zusammenzuarbeiten, weist die FAZ zurück. Herr Trevisan sei aus dem Aufsichtsrat der EBS ausgetreten, um Interessenskonflikte zu vermeiden, weil die FAZ sich künftig stärker im Weiterbildungsbereich engagieren möchte. „Dieser Austritt steht in keinem Zusammenhang mit einem Projektauftrag an die SMI Campus, der bereits vor den Wirrungen um Herrn Jahns erteilt wurde“, heißt es. Die Konzepterarbeitung sei damals in „Abstimmung mit den Aufsichtsrat der EBS im Interesse der EBS erfolgt“, so Krieg.

Kurze Rückblende: Seit über einem Jahr ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den Ex-Präsidenten der EBS Universität für Wirtschaft und Recht wegen des Verdachts der Untreue. Vorgeworfen wird Christopher Jahns, mindestens 180.000 Euro aus der Hochschule unberechtigt für eigene Firmen abgezweigt zu haben. Im Mittelpunkt steht dabei sein Firmengeflecht, zu dem auch die SMI Campus GmbH gehörte.

Zudem musste die private Hochschule knapp eine Million an Landesmitteln zurückzahlen, die sie für den Aufbau ihrer neuen Jura-Fakultät in Wiesbaden bekommen hatte, weil die Mittel teils auf dreiste Art und Weise zweckentfremdet wurden. Verantwortlich dafür war Jahns, der nicht nur Präsident, sondern auch CEO der Hochschule war. Derzeit prüft der Hessische Landesrechnungshof, ob noch mehr Geld unrechtmäßig verbraucht wurde.

Wie jetzt bekannt wurde, gab es wohl schon zu Jahns Amtszeit als EBS-Präsident Überlegungen, dass die EBS gemeinsam mit der FAZ im Weiterbildungsmarkt aktiv wird. Davon profitiert hätten nicht nur die EBS und die FAZ, sondern vor allem die SMI Campus GmbH, die als Weiterbildungs-Dienstleister für die EBS tätig war (und noch immer ist). Damals gehörte das Unternehmen noch zum Firmenimperium von Jahns.

Mögliche Interessenkonflikte sah man bei der FAZ damals offenbar nicht, als FAZ-Geschäftsführer Tobias Trevisan im Februar 2011 in den Aufsichtsrat der EBS eintrat. Dabei wäre Trevisan als Aufsichtsrat auch Kontrolleur über die Geschäfte der EBS mit der FAZ gewesen. Oder wurde Trevisan vielleicht auch deshalb in den Aufsichtsrat berufen, um die Zusammenarbeit zwischen EBS und FAZ voranzubringen? Wie auch immer, die Sache lief schief. Denn just mit Trevisans Eintritt tauchten erstmals die Untreue-Vorwürfe gegen Jahns auf und bei der Aufklärung hat sich der Aufsichtsrat zumindest am Anfang nicht gerade mit Ruhm bekleckert.

Aufmerksame Beobachter verfolgen daher auch die Berichterstattung der FAZ mit Interesse. Denn dort durfte Jahns nicht nur erstmals seine – inzwischen längst widerlegte – Intrigen-These ausbreiten, wonach die Untreue-Vorwürfe von neidischen Mitarbeitern verbreitet wurden und völlig haltlos seien. Am 24. Januar griff die FAZ (Rhein-Main-Zeitung) die Intrigen-These erneut auf.

Während sich der größte Teil des Artikel darum dreht, dass es dem neuen EBS-Präsidenten Rolf Cremer noch immer nicht gelungen ist, einen Investor für die neue Jura-Fakultät zu gewinnen, spekuliert die FAZ: „Dass die EBS ihr Ziel verfehlte, könnte mit der Kündigung von Präsident Christopher Jahns zu tun haben.“ So dauerten die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft noch immer an, „obwohl Jahns für seine These, er sei das Opfer einer Intrige, schon im Sommer eine Reihe von Argumenten vortrug“. Ist also doch nur eine angebliche Intrige schuld, dass Jahns gefeuert wurde und die EBS deshalb heute schlecht dasteht?

Die Staatsanwaltschaft widerspricht dem entschieden und teilte vor kurzem mit, dass sich „ungeachtet der generell geltenden Unschuldsvermutung“ die Vorwürfe gegen Jahns „bestätigt, erweitert und zum Großteil konkretisiert“ hätten.

 

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