EBS-Skandal: Weiteres Verfahren gegen Jahns

Gegen den Ex-Präsidenten der EBS Universität für Wirtschaft und Recht, Christopher Jahns, soll ein neues Verfahren wegen Untreue eröffnet worden sein. Das meldet das Nachrichtenmagazin Focus. Danach soll Jahns die private Hochschule um weitere rund 450.000 Euro geschädigt haben.

Das Verfahren wurde bereits kurz nach der Anklage im Mai eingeleitet, bestätigt Oberstaatsanwalt Hartmut Ferse, um die Verjährungsfristen zu verhindern. Dabei geht es um zwölf Rechnungen, die von Jahns zugehörigen Firmen an das Supply Chain Management Institute der Hochschule gestellt wurden, ohne dass es dafür vertragliche Grundlagen oder Leistungsnachweise gegeben haben soll. Dabei geht es um Rechnungen, die teils bis ins Jahr 2007 zurückreichen. Die Ermittlungen ständen jedoch noch ganz am Anfang. Erst im Mai hatte die Staatsanwalt Anklage wegen gewerbsmäßiger Untreue gegen Jahns erhoben. Dabei ging es vor allem um vier Rechnungen in Höhe von 180.000 Euro.

Laut Wiesbadener Kurier bestätigte auch Jahns Strafverteidiger Alfred Dierlamm die neue Anklage und behauptet, dass die Rechnungen bereits eingehend durch das Landeskriminalamt geprüft worden seien und gemäß einem Gutachten vom 2. Dezember 2011 kein Anfangsverdacht vorliege. Sein Mandant weise die neuen Vorwürfe mit Entschiedenheit zurück, so Dierlamm.

Dem widerspricht die Staatsanwaltschaft. Es habe bisher keine intensiven Ermittlungen zu den zwölf Rechnungen gegeben, da man sich bisher vor allem auf die vier Rechnungen konzentriert habe, die der Anklage zugrunde liegen.

Bemerkenswert ist dabei wieder einmal die Berichterstattung der FAZ, in der ausschließlich Jahns Verteidiger zu Wort kommt und dort sogar behauptet, “es sei nicht einmal die niedrigste Verdachtsschwelle erreicht”.

Laut Dierlamm sei die Einleitung des neuen Verfahrens ein weiterer Versuch, „meinen Mandanten zu kriminalisieren“. Schon bei der ersten Anklage hatte Jahns behauptet, man habe ihm nicht genug Gelegenheit gegeben, sich zu erklären – was die Staatsanwaltschaft deutlich zurückwies.

Sollten die Vorwürfe stimmen, hätte Jahns die EBS insgesamt um rund 630.000 Euro geschädigt.

 

 

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