EBS: Transparenz – nein danke!

Seit über einem Jahr kämpft die EBS darum, ihr angeschlagenes Image wieder aufzupolieren, nachdem die Staatsanwaltschaft noch immer gegen ihren Ex-Präsidenten wegen des Verdachts der Untreue ermittelt. Doch statt offen zu informieren, setzt man weiter auf Geheimniskrämerei. Sogar die Zahl der MBA-Studenten wird zum Staatsgeheimnis – vermutlich weil sie so katastrophal ist.

Seit Januar hat die EBS Universität für Wirtschaft und Recht die renommierte und teure PR-Agentur Hering Schuppener engagiert, um ihre katastrophale Krisenkommunikation in den Griff zu bekommen. Geholfen hat das bisher nicht. So wurde nicht einmal die banale Frage nach der Zahl der Studenten im Vollzeit-Programm und im Executive MBA beantwortet. Jede seriöse Schule gibt diese Zahlen bekannt, viele stellen ihr Klassenprofil sogar auf die Website.

Nicht so bei der EBS. Man teile lediglich mit, dass derzeit rund hundert Studierende MBA und EMBA Studiengänge belegen, heißt es. Doch das sind mindestens drei verschiedene Programme (Vollzeit MBA, Executive MBA und MBA in Health Care) mit je zwei sich überschneidenden Klassen. Auf erneute Nachfrage hieß es: „Diese Zahl ist die Zahl, die die EBS offiziell kommuniziert. Zu einzelnen Jahrgängen äußern wir uns generell nicht.“

Nun war die EBS mit ihren MBA-Programmen bisher nicht gerade erfolgreich. Das Vollzeit-Programm startete 2008 mit gerade mal zehn Studenten – trotz massiver Stipendien. 2009 waren es elf und 2010 nur 15 Studenten. Nicht viel besser sah es bei Executive MBA aus, den die EBS gemeinsam mit der britischen Durham Business School durchführt: 2008 waren es zwölf Teilnehmer, 2009 dann 18 und ein Jahr später 22. Dabei ist aber nicht klar, ob dabei nur die Studenten der EBS oder auch die von Durham mitgezählt werden. Die Zahlen hatte Handelsblatt 2010 veröffentlicht und berief sich dabei auf die Angaben der EBS.

Dass sich die Zahl der MBA-Studenten durch die Skandale im vergangenen Jahr nicht erhöht hat, wäre nachvollziehbar. Dass die EBS Informationen dazu verschweigt, ist symptomatisch und zeigt, dass man wohl nicht viel dazu gelernt hat. Statt mit offenen Karten zu spielen, verkündet man lieber per Pressemeldung, wie gut die Schule in fragwürdigen Rankings abgeschnitten hat, und hofft, dass potentielle Studenten sich davon blenden lassen.

Wie gut die EBS tatsächlich ist, dürfte demnächst der Bericht des Wissenschaftsrats zeigen. Dort wird gerade überprüft, ob und für wie lange die EBS akkreditiert wird. Die Stellungnahme wird Ende Mai erwartet.

 

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