EBS: Wissenschaftsrat zeigt Schwäche im MBA-Bereich

Die EBS Universität für Wirtschaft und Recht wurde vom Wissenschaftsrat für zehn Jahre als wissenschaftliche Hochschule akkreditiert. Dabei zeigt der Bericht aber auch, wie schwach die  Hochschule bisher im MBA-Bereich ist. Bisher hatte die Business School die genauen Zahlen ihrer Studenten in den einzelnen MBA-Programmen verschwiegen.

So startete das erste Vollzeit-MBA-Programm 2008 mit zehn Studenten, ein Jahr später waren es elf und 2010 schließlich 15. Noch düsterer sieht es bei den Bewerbungen aus: Für die 15 vergebenen Studienplätze gab es lediglich 27 Bewerbungen. Das spricht nicht gerade für eine strenge Auswahl. Zudem klafft die Zahl der Bewerber und Studienanfänger in der Regel weit auseinander, weil sich die meisten bei mehreren Schulen bewerben.

Bei den Executive Master Programmen, wozu der Master in Business Innovation, der EMBA Health Care Management und der DBS&EBS EMBA in Kooperation mit der Durham Business School gehören, gibt es insgesamt nur 108 Studenten in sich überlappenden Studiengängen. Die Angaben zu den einzelnen Studiengängen fehlen.

Dabei wäre die erst 2011 mit dem Start der juristischen Fakultät zur Universität gekürte EBS Business School eigentlich für die MBA-Ausbildung prädestiniert gewesen. Schon früh legte die Schule Wert auf ein internationales Studium und bot ihren Studenten Auslandsaufenthalte an Business Schools an. Doch offenbar hat man den Markt verschlafen.

Die Akkreditierung erfolgte mit Auflagen. So bemängelte der Wissenschaftsrat „eine ausgesprochen starke Fokussierung auf die Betriebswirtschaftslehre“ der EBS Business School. Außerhalb der Betriebswirtschaftslehre liegende Fächer der Wirtschaftswissenschaften (insbesondere Volkswirtschaftslehre und Ökonometrie) seien nur schwach vertreten und müssten durch weitere Berufungen personell gestärkt werden.

Auch die Zahl der zum Zweck der thematischen Schwerpunktsetzung gegründeten Center erregte offenbar Missfallen. „Die Hochschule sollte keine weiteren Center gründen und stattdessen die bestehenden inhaltlich eindeutiger profilieren und rascher mit akademischem Leben füllen“, schreibt der Wissenschaftsrat. Ebenfalls negativ fielen die hohe Zahl der Juniorprofessoren und die mit 24 außergewöhnlich hohe Zahl der Honorarprofessoren auf.

Bei der neuen EBS Law School sprach sich der Wissenschaftsrat gegen die Erteilung des Promotionsrechts aus. Allerdings müssen sich die Länder nicht an die Empfehlungen des Wissenschaftsrates halten. Laut EBS-Website hat das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK) der EBS Law School bereits im August 2011 das Promotions- und Habilitationsrecht verliehen.

www.wissenschaftsrat.de

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