GMAT: Mehr Deutsche, weniger MBA-Interessenten

Die Zahl der Deutschen, die den Graduate Management Admission Test (GMAT) absolvieren, ist von 2007 bis 2011 um mehr als 40 Prozent gestiegen. Fast zwei Drittel  davon bewerben sich jedoch nicht für ein MBA-Studium, sondern für ein konsekutives oder spezialisiertes Master-Programm.

Wer sich für ein MBA-Programm an einer Business School bewirbt, kommt meist nicht um den GMAT herum. Bei mehr als 5000 Business Schools weltweit ist der Test ein wichtiges Zulassungskriterium. Der Test misst der verbale, mathematische und logische Fähigkeiten. Seit Juni gibt es zudem die neue Sektion „Integrated Reasoning”, bei der die Kandidaten Tabellen und Graphiken analysieren, verschiedene Quellen akkumulieren und daraus die richtigen Schlussfolgerungen ziehen müssen.

Inzwischen wird der GMAT auch bei vielen konsekutiven und spezialisierten Master-Programmen, wie etwa einem Master in Finance oder einem Master in Management verlangt. Das spiegelt sich auch in der Veränderung der Teilnehmerstruktur wider. Waren 2007 erst 38 Prozent der Testteilnehmer in Europa jünger als 25 Jahre, so waren es 2011 bereits 51 Prozent.  In Deutschland stieg ihr Anteil sogar von 38 Prozent auf 62 Prozent. Insgesamt werden in Deutschland inzwischen – nach Frankreich – mit 3875 Tests die meisten Examen in Europa abgelegt.

Verwaltet wird der Test vom Graduate Management Admission Council (GMAC), einer Nonprofit-Organisation, hinter der zahlreiche Business Schools stehen. Das offizielle Testergebnis wird direkt von GMAC an die Schulen geschickt. Daher hat GMAC einen guten Überblick, für welche Studiengänge sich die Testteilnehmer interessieren.

So nahm in ganz Europa der Anteil der GMAT-Ergebnisse, mit der sich die Testkandidaten für MBA-Programme beworben haben, von 71 auf 50 Prozent ab, während der Anteil der Bewerbungen für Master-Programme auf 43 Prozent anstieg.

Das gilt insbesondere für Deutschland. So bewarben sich fast zwei Drittel (64 Prozent) der Deutschen für ein Master-Programm, 2007 waren es erst 22 Prozent. Dementsprechend sank Anteil der Bewerbungen für ein MBA-Programm auf rund ein Drittel der GMAT-Tests. Damit hat Deutschland im Vergleich zu den anderen europäischen Ländern den geringsten Prozentsatz der MBA-Bewerber. In Spanien bewerben sich 82 Prozent der GMAT-Testteilnehmer für ein MBA-Studium, in der Schweiz sind es 57 Prozent und in Frankreich 45 Prozent.

Aufgrund der höheren Zahl der deutschen Testteilnehmer bedeutet das insgesamt zwar nur einen Rückgang der MBA-Interessenten von rund zehn Prozent gegenüber 2007. Betrachtet man jedoch die gestiegene Beliebtheit der MBA-Programme weltweit, wird deutlich, dass sich Deutsche noch immer schwer tun mit Konzept des MBA-Studiums, das als nicht-konsekutiver Studiengang ein paar Jahre Berufserfahrung voraussetzt. Die Mehrheit bevorzugt weiter ein Master-Studium direkt nach dem Bachelor-Abschluss.

Gleichzeitig haben in Europa vor allem europäische Programme an Beliebtheit gewonnen. Das geht vor allem zulasten der USA. Die Zahl der an US-Schulen geschickten Ergebnisse sank von 43 auf 31 Prozent. Bei den Deutschen stehen die USA mit 21 Prozent auf Platz 2 hinter Deutschland mit 31 Prozent. Auf Platz 3 liegt Großbritannien mit 9 Prozent.

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