Glossar

AACSB
Die Abkürzung AACSB ist ein Gütesiegel für Business Schools. Vergeben wird es von „The Association to Advance Collegiate Schools of Business“. Diese Organisation wurde 1916 von 17 führenden US-Hochschulen ins Leben gerufen und akkreditiert heute Business Schools weltweit. Im März 2009 waren 559 Institutionen akkreditiert, davon 460 in den USA. Dabei begutachtet die AACSB stets die gesamte Business School mit all ihren Studiengängen. In Deutschland sind bisher (Stand März 2009) nur die Goethe Business School, die Handelshochschule Leipzig und die Mannheim Business School akkreditiert.
Da es in den USA keine staatliche Anerkennung der Universitäten gibt, ist die Akkreditierung einer Business School auch Voraussetzung dafür, dass ein von ihr verliehender MBA-Titel in Deutschland geführt werden darf. Wichtig: Manche Schulen sind zwar „Member of AACSB“, aber nicht akkreditiert. Dieser Unterschied wird in der Werbung gern verschwiegen.
www.aacsb.edu

Admission Office
So eine Zulassungsstelle ist die erste Anlaufstelle einer Business School für MBA-Interessenten. Hier sind Informationen zum MBA-Studium erhältlich und hier werden auch die Bewerbungen bearbeitet und die Zusagen oder Ablehnungen verschickt. Wer abgelehnt wird, kann daher beim Admission Office nach den Gründen fragen. Zwar ist die getroffene Entscheidung nicht mehr umkehrbar, aber manchmal erhält man so wichtige Hinweise für zukünftige Bewerbungen. Das Admission Office vermittelt auch Kontakte zu Alumni oder organisiert einen Besuch der Schule.

Akkreditierung
Der MBA-Titel als solcher ist nicht geschützt und kann daher von jedem verliehen werden. Entsprechend breit ist auch das Qualitätsspektrum der Ausbildung. Es reicht von der international anerkannten Topschule über gute, neuere Angebote bis hin zu Kursen auf Volkshochschulniveau oder reinen Titelmühlen, wo es einen Abschluss per Scheck gibt. Hinweise auf die Qualität eines Programms gibt die Akkreditierung durch eine für den Fachbereich relevante Akkreditierungsorganisation.

Die älteste und bekannteste Akkreditierungsorganisation ist die amerikanische AACSB International. Als Gegenpol gegen die US-geprägten Standards führte die European Foundation for Management Development (EFMD) 1997 ihr eigenes Gütesiegel Equis ein. Dritter im Bunde der international relevanten Akkreditierungsorganisationen ist die 1967 gegründete, britische Amba.

Dabei ist seit einigen Jahren ein Trend zur Mehrfachakkreditierung zu beobachten und inzwischen können sich etliche Schulen sogar mit allen drei Gütesiegeln schmücken. In Deutschland hat bisher (Stand März 2009) nur die Mannheim Business School die so genannte Triple Crown.
Anders ist die Situation in Deutschland. Hier liegt die Begutachtung einzelner Programme in Hand von mehreren vom Akkreditierungsrat authorisierten Agenturen. Im Bereich Wirtschaft sind dabei vor allem die vier Agenturen Acquin, Aqas, Zeva und Fibaa tätig. Eine Akkrediterierung durch sie besagt jedoch lediglich, dass ein MBA-Programm die Mindeststandards erfüllt. Im internationalen MBA-Markt spielen sie daher kaum eine Rolle.

Alumni
So heißen die Ehemaligen eines MBA-Programms (Singular: Alumnus), die in der Regel in einem vom Career Center zusammengestellten Adressbuch zu finden sind und auch online vernetzt sind. Die Alumni sind oft bestens organisiert. Es gibt einzelne Länder-Organisationen mit den unterschiedlichsten Aktivitäten. Alumni helfen sich gegenseitig bei der Suche nach Informationen, geben sich Insidertipps über Unternehmen oder vermitteln Jobs.
Viele Alumni unterstützen ihre Schule auch finanziell. Damit Bewerber für ein MBA-Programm nicht extra zur Business School reisen müssen, werden die Interviews oftmals von Ehemaligen geführt. Die Alumni sind aber auch eine gute Informationsquelle für MBA-Interessenten. Schließlich kennen sie die Stärken und Schwächen einer Schule aus erster Hand.

Amba
Die britische Association of MBAs (AMBA) wurde 1967 als Interessenvertretung der britischen MBA-Absolventen gegründet. Auch heute noch liegt der Schwerpunkt ihrer Aktivitäten in Großbritannien. Im Gegensatz zu AACSB und Equis akkreditiert sie die einzelnen Programme einer Business School und nicht die gesamte Institution.
www.mbaworld.com

Bachelor
Der Bachelor ist der erste Hochschulabschluss im anglo-amerikanischen Hochschulssystem. Die Studiendauer liegt in der Regel zwischen drei und vier Jahren. Je nach Studienschwerpunkt gibt es verschiedene Bachelor-Titel wie zum Beispiel den Bachelor of Arts (BA) oder den Bachelor of Business Administration (BBA). Mit dem Bologna-Abkommen wird der Bachelor auch in Europa und Deutschland eingeführt. Der Bachelor ist ein berufsqualifizierender Abschluss.
Er sollte daher nicht nur Fachwissen, sondern auch überfachliche Kompetenzen wie Teamfähigkeit, Präsentationstechnik oder internationale Erfahrung vermitteln. Bisher tun sich allerdings viele deutschen Hochschulen schwer mit der Neuausrichtung. Mit der Umsetzung des Bologna-Abkommens werden jährlich rund 2,4 Millionen europäische Studenten den Bachelor-Abschluss erwerben.

Berufserfahrung
Alle renommierten Business Schools setzen ein paar Jahre Berufserfahrung voraus. Denn ein MBA-Studium lebt vor allem vom Erfahrungsaustausch der Teilnehmer untereinander. Zudem ist der Nutzen für den Einzelnen größer: Wer über keinerlei Berufspraxis verfügt, kann vieles nicht richtig einordnen. Bei den so genannten Executive MBA-Programmen haben die Teilnehmer oftmals bereits fünf oder mehr Jahre Berufserfahrung, häufig wird auch Führungserfahrung vorausgesetzt.

Bewerbung
Die Bewerbung für ein MBA-Programm ist eine aufwändige Sache, die gut vorbereitet werden sollte. Da müssen Zeugnisse, Lebenslauf und Referenzen vorgelegt, Tests wie der Toefl und der GMAT absolviert und Essays geschrieben werden. Alle Unterlagen müssen in Englisch verfasst sein und es gilt, die landesüblichen Kriterien zu berücksichtigen. Ins Resume, der amerikanischen Version des Lebenslaufes, werden zum Beispiel nur universitäre und berufliche Fakten geschrieben.
Viele Schulen führen zudem persönliche Interviews durch, die häufig auch von Alumni oder Professoren in der Nähe des Wohnortes des Bewerbers durchgeführt werden. Die meisten Schulen verlangen Anmeldegebühren (Application Fee), die nicht zurück erstattet werden.

Bologna Abkommen
Gemäß dem Bologna-Abkommen soll das zweistufige Studiensystem mit den Abschlüssen Bachelor und Master bis 2010 in 29 Ländern umgesetzt sein. Damit soll die Vergleichbarkeit der Studienabschlüsse verbessert und die Möglichkeiten zum Wechsel von Hochschule und Studienfach vereinfacht werden. So können Bachelor-Absolventen entweder direkt ins Berufsleben starten oder ein Masterstudium in demselben oder einem anderen Fach absolvieren. Um die Transparenz der Studienleistungen zu verbessern wurden die ECTS-Punkte eingeführt.

Business School
In den USA, dem Ursprungsland des MBA, sind die Business Schools meist an Universitäten angegliedert und entsprechen daher in etwa dem wirtschaftswissenschaftlichen Fachbereich einer deutschen Universität. Dabei genießen sie allerdings rechtliche, finanzielle oder organisatorische Unabhängigkeit.
Zudem findet die MBA-Ausbildung auch außerhalb der normalen Universitäten an privaten Business Schools statt, die häufig sogar von den Unternehmen gegründet wurden (wie etwa das IMD in Lausanne). Auch immer mehr deutsche Hochschulen gründen eigene Business Schools, die eng an die wirtschaftswissenschaftliche Fakultät angegliedert sind. Um unabhängiger von den oft starren Regelungen der Hochschule zu werden, lagern sie die Business School dabei als gemeinnützige GmbH (gGmbH) aus. Beispiele sind die Mannheim Business School der Universität Mannheim oder die Goethe Business School der Universität Frankfurt.

Career Center
Jede gute Business School hat ein Career Center (auch Placement Center genannt), das sich um die Kontakte zu den Unternehmen und die Vermittlung von Praktika und Jobs für ihre Absolventen kümmert. Das Angebot reicht von Vorträgen und Kursen zur Jobsuche und Bewerbung über individuelles Coaching bis hin zur Organisation von Firmenpräsentationen und Recruiting Days, an denen zahlreiche Firmenvertreter auf dem Campus Bewerbungsgespräche mit den angehenden MBAs führen.
MBA-Interessenten sollten daher bei der Wahl der MBA-Schule auch das Career Center unter die Lupe nehmen. Zudem veröffentlicht das Career Center meist jährlich ein Absolventenjahrbuch (Resume Book), in dem alle MBA-Studenten mit Lebenslauf und beruflichen Zielen beschrieben sind, und das an interessierte Unternehmen verschickt wird.

Case Study
Wesentlicher Bestandteil vieler MBA-Programme ist nach wie vor die Bearbeitung von Fallstudien (Case Studies). Dabei werden bestimmte Aufgabenstellungen anhand eines spezifischen Falles aus einem Unternehmen analysiert, im Team bearbeitet und dann vor der Klasse präsentiert. Als Erfinder dieses pädagogischen Ansatzes gilt die Harvard Business School, an der diese Lernmethode noch immer eine sehr wichtige Rolle spielt.
Es gibt allerdings auch zahlreiche Kritiker dieser Methode. Der Vorwurf: Die Studenten lösen die Probleme anhand eines bestimmten Schemas, ohne die konkrete Situation (Unternehmenskultur, Mitarbeiter) zu berücksichtigen. Die meisten Schulen legen daher auch Wert auf praktische Erfahrungen in Form von konkreten Projekten.

Coaching
Immer mehr Business Schools bieten ihren MBA-Teilnehmern im Rahmen des Studiums eine Beratung durch einen professionellen Coach an. Während es bei Einzelsitzungen vor allem um Unterstützung bei der Karriereentwicklung geht, hilft das Coaching in der Gruppe, Konflikte im Team besser zu lösen und so effektiver zusammenzuarbeiten.

Core Courses
So bezeichnet man die Pflichtkurse, die Bestandteil jedes MBA-Studiengangs sind. Dazu gehören Grundlagenfächer wie Betriebswirtschaftslehre, Finanz- und Rechnungswesen, Marketing, Personalführung und Unternehmensstrategie. Im zweiten Teil des Studiums können sich die Teilnehmer meist für verschiedene Wahlfächer, so genannte Electives entscheiden.

Dauer
Die Dauer von MBA-Programmen variiert erheblich. Während die US-Programme meist zwei Jahre dauern, sind die europäischen Programme mit zehn oder elf Monaten oftmals kürzer. Berufsbegleitende Studiengänge dauern in der Regel zwei bis drei Jahre. Zu kurz sollte das Studium nicht sein. Nach den Empfehlungen der EFMD sollte die Studienzeit mindestens einem Jahr Vollzeitstudium entsprechen. Das bedeutet ein Minimum von 400 Unterrichtsstunden. Dazu kommen die Hausaufgaben und Projekte mit mindestens 1200 Stunden.

DBA
Der Doctor of Business Administration (DBA) richtet sich an erfahrene Manager und unterscheidet sich von dem im angelsächsischen Raum üblichen Ph.D oder der deutschen Promotion vor allem durch seine stärkere Praxisorientierung. Oftmals wird im Rahmen des berufsbegleitenden Studiums ein konkretes Projekt aus dem Arbeitsumfeld wissenschaftlich aufgearbeitet. Der Abschluss wird vor allem von britischen Business Schools angeboten. Voraussetzung sind ein Master-Abschluss oder ein äquivalenter Grad sowie mehrjährige Berufserfahrung.

Dean
Im Gegensatz zum Dekan einer deutschen Hochschule hat der Dean einer Business School mehr Macht und Entscheidungsbefugnis. Er agiert daher wie der Chef eines akademischen Unternehmens.

Degree Mill
Immer mehr Degree Mills oder Titelmühlen bieten den MBA-Titel per Scheck an und sie werden immer raffinierter. Auf den Websites gibt es gefälschte Urkunden, Fotos vom angeblichen Campus und Akkreditierungen von frisch erfundenen Akkreditierungsorganisationen.

Deutschland
Deutsche Hochschulen dürfen den MBA-Titel erst seit 1998 vergeben. Im Zuge der Umstellung auf das zweistufige Studiensystem mit den Abschlüssen Bachelor und Master gewinnt der MBA zunehmend Verbreitung. Inzwischen gibt es in Deutschland rund 300 MBA-Programme und ständig kommen neue dazu. Besonders aktiv sind dabei die Fachhochschulen. Die meisten Studiengänge sind jedoch mit maximal 20 Teilnehmern sehr klein.

Distance Learning
Beim Distance Learning (Fernstudium) findet der Unterricht nicht im Klassenzimmer statt, sondern über verschiedene Medien. Dazu gehören die herkömmlichen Studienhandbücher ebenso wie moderne Technologien wie das Internet, Satellitenfernsehen oder Videokonferenzen. In vielen Programmen wird Distance Learning ergänzend zu Campus-Kursen eingesetzt. Lange Zeit galt das MBA-Fernstudium als die Billig-Variante des Managementstudiums. Inzwischen beurteilen Experten die Angebote oftmals als gleichwertig – nicht zuletzt dank moderner Internet-Technologien.
Die Grenzen sind daher längst fließend. So bearbeiten die Teilnehmer vieler Executive MBA Programme zwischen den Präsenzmodulen Fallstudien und Projekte in virtuellen Teams. Die Anbieter von Fernstudiengängen wiederum haben Programme oftmals mit Präsenzmodulen aufgepeppt. Beide nutzen Online-Technologien wie Chat-Rooms, Videokonferenzen und das virtuelle Klassenzimmer.

Dual Degree
Immer mehr Schulen bieten Dual-Degree-Programme an, bei denen die Teilnehmer die MBA-Titel beider Schulen bekommen. Sie müssen daher auch die Zulassungs- und Prüfungsvoraussetzungen beider Schulen erfüllen. Das erfordert oftmals einen umfangreichen und komplizierten Abstimmungsprozess. Manche Schulen sehen das auch lockerer und vergeben ihren MBA-Titel recht freizügig, vorausgesetzt der Student bezahlt. Anders verhält es sich beim Joint Degree. Hier vergeben beide Schulen einen eigenen gemeinsamen MBA-Titel.

ECTS
Die Abkürzung ECTS steht für European Credit Transfer and Accumulation System. Es ist ein System von Leistungspunkten, die Studienleistungen bewerten und vergleichbar machen sollen. Entstanden ist das Punktsystem in der Folge des Bologna Prozesses, die modularen Studiengänge besser bewerten zu können. Ein ECTS-Punkt entspricht dabei einem durchschnittlichen studentischen Arbeitsaufwand (Workload) von 30 Stunden. In einem Jahr sollen 60 ECTS- Punkte erworben werden, was einer Arbeitsbelastung von 1800 Stunden und damit einem Vollzeitstudium entspricht. Für einen Bachelor-Abschluss können 180 bis 240 ECTS Punkte, für einen Master-Abschluss 60 bis 120 ECTS-Punkte vergeben werden. Der Arbeitsaufwand umfasst neben dem Besuch der Lehrveranstaltungen auch die Zeiten für Vor- und Nachbereitung, Prüfungen und die Zeit des Selbststudiums.

EFMD
Die European Foundation for Management Development (EFMD) in Brüssel ist mit mehr als 700 Mitgliedern in über 80 Ländern die größte Vereinigung von Business Schools, Universitäten und Unternehmen in Europa. Sie entstand 1971 aus dem Zusammenschluss der beiden europäischen Organisationen International University Contact und European Association of Management Training Centres und kümmert sich als globale Non-Profit-Organisation in zahlreichen Projekten um die Qualitätsverbesserung in der Managementausbildung. 1997 rief sie die Qualitätsinitiative Equis ins Leben. Seitdem können Business Schools sich akkreditieren, um das Equis-Qualitätssiegel zu erhalten. 2006 folgte dann Epas (EFMD Programme Accreditation System), bei dem einzelne Wirtschafts- und Managementstudiengänge akkreditiert werden.
www.efmd.org

Electives
Während im ersten Studienabschnitt eines MBA-Programms Pflichtkurse (Core Courses) absolviert werden müssen, steht den Teilnehmern im zweiten Studienabschnitt meist eine Fülle von Wahlfächern zur Verfügung. Der Umfang des Angebots variiert je nach Schule. Wahlfächer gibt es in verschiedenen betriebswirtschaftlichen Funktionen (z.B. Financial Markets), Branchen (z.B. Health Care) und Wirtschaftsregionen (z.B. Eastern Europe).

Epas
Das Kürzel Epas steht für EFMD Programme Accreditation System. Es wurde 2006 von der European Foundation for Management Development (EFMD) eingeführt für Schulen, die zwar gute einzelne Programme haben, aber die Akkreditierung durch Equis nicht anstreben oder deren Anforderungen nicht genügen. Als erste deutsches MBA-Programm erhielt der “MBA in Unternehmensführung” an der Universität Augsburg 2007 das Gütesiegel.

Equis
Als Gegenpol gegen die US-geprägten Standards führte die EFMD 1997 ihr eigenes Gütesiegel Equis (European Quality Improvement System) ein. Um das Gütesiegel zu bekommen, müssen die Schulen zuerst eine Selbstevaluierung durchführen, dann werden sie durch ein internationales Team aus Professoren und Top-Managern geprüft. Dabei wird vor allem Wert auf die Internationalität der Schule gelegt. Im März 2009 waren 116 Institutionen in 33 Ländern akkreditiert.

Essay
Dieser Aufsatz ist Bestandteil der Bewerbungsunterlagen. Ziel dieser kleinen Schreibaufgabe ist es, mehr über die Person des Bewerbers, seine Ziele und Interessen zu erfahren. Sehr häufig muss dabei begründet werden, warum man ein MBA-Studium beginnen will und was man persönlich zum Programm beitragen kann. Das Essay sollte möglichst kurz und interessant sein. Bevor man anfängt zu schreiben, sollte man sich überzeugen, dass man die jeweiligen Richtlinien genau verstanden hat.

Es empfiehlt sich, mehrere Entwürfe zu machen und diese auch anderen Personen zu zeigen und sie nach ihrer Meinung zu fragen. Wichtig: Topschulen suchen keine grauen Mäuse. Was auch immer man getan hat, man sollte es richtig verpacken und ihm die entsprechende Bedeutung geben – ohne jedoch zu übertreiben. Entscheidend dabei ist, dass man Initiative, Energie und Risikobereitschaft gezeigt hat.

Europa
Der MBA-Markt in Europa ist wesentlich vielfältiger als der US-Markt. Grund dafür sind schon allein die unterschiedlichen Bildungssysteme. So lässt sich ein MBA-Programm an einer spanischen Privat-Universität nur bedingt mit dem einer Grande Ecole in Frankreich oder dem einer deutschen Fachhochschule vergleichen. Auch mit der Einführung von Bachelor und Master werden diese Unterschiede nicht komplett verschwinden.

Executive Education
Darunter versteht man kürzere Fortbildungsprogramme für Manager ohne einen akademischen Abschluss wie den MBA. Die Dauer liegt bei einen Tag bis hin zu mehreren Wochen. Bekannt sind vor allem die mehrwöchigen General-Management-Programme, wie sie an zahlreichen Business Schools angeboten werden. Unterschieden wird dabei zwischen offenen Programmen (open enrolment) und maßgeschneiderten (tailor-made oder customized), firmeninternen Programmen. Letztere sind meist die lukrativsten für die Business Schools. Deutsche Business Schools beginnen erst langsam, den attraktiven Markt zu entdecken.

Executive MBA
So genannte Executive MBA Programme (EMBA) richten sich an Akademiker mit mehrjähriger Berufs- und Führungserfahrung im Alter von 30 bis 40 Jahren. Das Studium findet in der Regel am Wochenende oder in längeren Präsenzmodulen statt. Die Programme zeichnen sich durch einen hohen Praxisbezug aus und die Teilnehmer müssen oft Aufgaben oder Projekte aus ihren eigenen Unternehmen bearbeiten.
Damit wird das MBA-Studium zu einer Maßnahme der Personalentwicklung, von der beide Seiten profitieren: Der Teilnehmer erwirbt einen anerkannten Titel, das Unternehmen nützt das erworbene Know-how und die Qualifizierung kann in die Laufbahnplanung integriert werden. Die Studiengebühren werden daher häufig von den Unternehmen übernommen.

Fachhochschulen
In Deutschland bieten vor allen die Fachhochschulen (Englisch: Universities of Applied Sciences) MBA-Programme an. Dank der Bologna-Reform ist es ihnen möglich, ebenso wie die Universitäten einen Master-Titel zu vergeben. Damit werden die Fachhochschulen aufgewertet und der bisherige Unterschied der beiden Hochschultypen lässt sich nicht mehr anhand des Titels erkennen.
Fachhochschulen sind auch führend bei den zahllosen Spezial-MBAs. Das reicht vom MBA im Immobilienmanagement bis zum MBA in Human Capital Management. Nicht selten dient der MBA-Titel dabei vor allem Marketingzwecken und hinter dem Programm verbirgt sich ein fachspezifischer Aufbaustudiengang. Mit dem MBA einer renommierten Business Schools sind diese Programme oft kaum vergleichbar. Das gilt vor allem in Bezug auf die internationale Expertise.

Faculty
Gute MBA-Dozenten sind weltweit rar. Denn sie müssen neben einer hohen akademischen Qualifikation und Forschungskompetenz sowie internationalen Erfahrungen in der Wirtschaft auch exzellente Lehrer sein.
Mit einem deutschen Uni-Studium hat der Unterricht dabei oft wenig gemeinsam. Das gilt vor allem für MBA-Programme für Teilnehmer mit fundierter Berufserfahrung. Kern des Unterrichts ist die interaktive Vermittlung des Lehrstoffes unter Einbindung der Erfahrungen der Teilnehmer. Gefragt sind daher vor allem Qualitäten als Moderator.
Die Persönlichkeit der Dozenten ist wesentlich für die Qualität eines MBA-Programms. Je mehr bekannte und renommierte Professoren eine Schule hat, desto besser.

Fellowship-Programm
Dabei stellt ein Unternehmen seinen Mitarbeiter für die Dauer des MBA-Studiums frei und übernimmt auch die Studiengebühren. Üblich sind solche Regelungen vor allem bei den großen Beratungsgesellschaften.

Fernstudium
Einen MBA können gut motivierte Leute auch im Fernstudium (Distance Learning) erwerben. Der Teilnehmer lernt dabei zu Hause, per Studienbrief oder Internet. Meist gibt es zudem einige Präsenzphasen. Der Vorteil: Man kann sein Lerntempo selbst bestimmen. Der Nachteil: Man braucht viel Selbstdisziplin. Anbieter wie die britische Open University setzen dabei auf den offenen Zugang. Das Studium steht daher auch Teilnehmern ohne ersten Hochschulabschluss offen. Sie müssen allerdings bestimmte Vorkurse durchlaufen und Prüfungen ablegen. Elemente des Distance-Learning gehören mittlerweile auch zum Bestandteil der meisten Executive MBA Programme.

Field Trip
Auch Study Tour genannt. Hier verbringen die MBA-Studenten einige Tage im Ausland. Zum Programm gehören in der Regel Vorlesungen an einer Partnerschule, Unternehmensbesuche und Diskussionsrunden mit Managern vor Ort.

Financial Statement
Um sicher zu gehen, dass ein Kandidat auch die Ausgaben für sein Studium aufbringen kann, verlangen Business Schools oft eine Bestätigung über die Solvenz des Kandidaten oder eine finanzielle Bürgschaft. Das kann ein Schreiben der Bank oder des Stipendiengebers sein oder eine Bürgschaft von Verwandten oder dem Arbeitgeber. Bei den meisten Schulen gibt es dafür ein spezielles Formblatt.

Finanzierung
Die meisten MBA-Studenten finanzieren ihr Studium selbst, oftmals mit einer Mischung aus Erspartem, Kredit und Unterstützung durch die Familie. Fast alle Schulen bieten auch vielfältige Stipendien an. So stehen den jährlich über 900 Studenten am Insead pro Jahr Stipendien in Höhe von über zwei Millionen Euro zur Verfügung (Stand 2009). Rund ein Fünftel der Studenten an der Topschule bekommt finanzielle Unterstützung.
Die meisten Schulen kooperieren mit Banken und ermöglichen ihren Studenten günstige Kredite (Loan Schemes). Bei MBA-Absolventen von Topschulen übernimmt manchmal auch der neue Arbeitgeber die Studienkosten. Bei Teilnehmern an Executive MBA Programmen zahlt oftmals auch der Arbeitgeber die Studiengebühren ganz oder teilweise. Das MBA-Studium lässt sich in Deutschland von der Steuer absetzen.

Freistellung
Teilnehmer an berufsbegleitenden Programmen werden häufig von ihrem Arbeitgeber für die Zeit des Unterrichts freigestellt. Andere müssen dafür Urlaub nehmen, bekommen aber die Studiengebühren von ihrem Arbeitgeber erstattet.
Manche Unternehmen – vor allem die großen Beratungsgesellschaften – bieten ihren High-Potentials auch sogenannte Fellowship-Programme. Das Unternehmen übernimmt dann die Studiengebühren und stellt den Mitarbeiter für die Zeit des Vollzeit-Studiums frei.

Gehalt
Die Höhe der erzielbaren Gehaltssteigerung nach Abschluss des Studiums gilt oft als wesentliches Kriterium einer guten Business School. Die meisten Schulen geben dabei das durchschnittliche Einstiegsgehalt ihrer Absolventen an. Diese Zahl sollte man allerdings mit Vorsicht genießen. Denn die Höhe des Gehalts hängt stark von der Branche ab. Am besten zahlen in der Regel Unternehmensberatungen und Investmentbanken und wenn der Prozentsatz der Absolventen, der dort landet, sehr hoch ist, erhöht sich automatisch auch das Durchschnittsgehalt.
Das Gehalt bzw. die Gehaltssteigerungen spielen auch bei den Rankings – vor allem bei der Rangliste der „Financial Times“ – eine wesentliche Rolle. Auch hier ist Vorsicht angebracht. Denn die Gehaltsstruktur unterscheidet je nach Land erheblich, zum Beispiel durch Sozialabgaben oder die Dauer des bezahlten Urlaubs.
Grundsätzlich machen die MBA-Absolventen in den USA größere Gehaltssprünge als in Europa. Allerdings ist dort die Bezahlung stark konjunkturabhängig.
In deutschen Unternehmen stoßen MBA-Absolventen häufig noch auf ein relativ festes Gehaltsgefüge. Zudem ist für viele Personalchefs der Titel allein noch lange kein Grund für ein überdurchschnittliches Gehalt. Erst wenn sich der Kandidat bewährt hat, bekommt er mehr.

GMAT
Der Graduate Management Admission Test (GMAT) ist Zulassungsvoraussetzung bei den meisten MBA-Programmen. Er misst verbale und mathematisch/logische Fähigkeiten und wird nur auf Englisch und computerunterstützt durchgeführt. Die Ergebnisse können zwischen 200 und 800 Punkten liegen, üblich sind Ergebnisse zwischen 400 und 600 Punkten. Je besser das Ergebnis, desto höher sind die Chancen für die Zulassung, auch wenn der GMAT-Wert nie allein ausschlaggebend ist.
www.gmat.org

Hochschulkompass
Website der Hochschulrektorenkonferenz, auf der alle Studiengänge an deutschen Hochschulen aufgelistet sind. www.hochschulkompass.de

In-Company Program
Bei diesen Programmen, die auch Corporate oder Tailor-made MBA genannt werden, kooperiert eine Business School mit einem Unternehmen. Gemeinsam wird ein MBA-Programm entwickelt, dass auf die Bedürfnisse des Unternehmens zugeschnitten ist. Die Teilnehmer werden vom Unternehmen benannt, jedoch von der Business School ausgewählt. Damit wird der MBA zum Personalentwicklungsinstrument. Der Nachteil: Alle Teilnehmer kommen aus demselben Unternehmen. Der Blick über den Tellerrand fehlt. Besser ist dagegen der Konsortial-MBA, bei dem mehrere Unternehmen zusammenarbeiten.

Internationalität
Die internationale Ausrichtung des Studiums ist einer der größten Pluspunkte eines guten MBA-Programms. Im Idealfall kommen Professoren und Studenten aus aller Welt, die Programme beschränken sich auch inhaltlich nicht auf einen Wirtschaftsraum und die Schule arbeitet mit internationalen Unternehmen zusammen.
Immer mehr Schulen verlangen von ihren Teilnehmern zudem Kenntnisse in einer zweiten Sprache (außer Englisch). Die meisten guten Business Schools bieten Austauschprogramme mit anderen Schulen an. Auch Field Trips in andere Länder gehören inzwischen fast schon zum Standard.

Internship
Ein Internship ist ein Praktikum während des MBA-Studiums. Bei den zweijährigen MBA-Programmen, wie es sie vor allem in den USA gibt, arbeiten die Studenten für ein paar Monate in einem Unternehmen und übernehmen dort – meist gegen gute Bezahlung – bestimmte Projekte. Viele Unternehmen nützen Internships, um gute Studenten an sich zu binden.

Joint Degree
Darunter versteht man einen von zwei Schulen gemeinsam konzipierten und durchgeführten MBA-Studiengang. Im Gegensatz zum Dual Degree bekommen die Absolventen dabei aber nur einen gemeinsamen MBA-Titel beider Schulen.
Unter einem Joint Degree versteht man aber auch Kombinationsprogramme, bei dem man neben dem MBA noch einen Abschluss in einem anderen Fach wie Jura oder Ingenieurwissenschaften erwerben kann. Dabei verlängert sich die Studiendauer in der Regel um ein Jahr.

Karriere
Der MBA alleine ist keine Garantie für attraktivere Positionen, höhere Gehälter oder überdurchschnittliche Karriereperspektiven. Das MBA-Studium qualifiziert für anspruchsvolle Managementaufgaben und erhöht dank seiner breit angelegten Ausrichtung die Flexibilität, zwischen einzelnen Firmen, Tätigkeitsfeldern und Branchen zu wechseln.
Davon profitieren vor allem Nicht-Wirtschaftswissenschaftler wie Ingenieure und Naturwissenschaftler, die von der Fachlaufbahn in eine Managementfunktionen wechseln wollen. Zudem vermittelt das Studium gute Sprachkenntnisse, interkulturelle Kompetenz und ermöglicht den Aufbau eines internationalen Kontaktnetzes. Für Berufseinsteiger gilt dagegen: Berufserfahrung zählt mehr als ein Zusatzstudium direkt nach dem ersten Abschluss.

Konsekutiver Studiengang
Ein konsekutiver Studiengang ist ein Studiengang, der unmittelbar im Anschluss an den ersten Abschluss – also den Bachelor – begonnen werden kann. Der MBA ist daher kein konsekutiver Studiengang, da er in der Regel Berufserfahrung voraussetzt. Konsekutiv kann aber auch bedeuten, dass die Fachrichtung beim Master dieselbe bleibt. So setzt etwa ein Bachelor in Biologie sein Studium mit einem Master of Science in Biologie fort. Auch in diesem Sinn ist der MBA kein konsekutiver Studiengang. Denn er steht den Bachelor-Absolventen aller Fachrichtungen offen und bereitet auf eine Managementaufgabe vor.

Konsortial-MBA
Beim Konsortial-MBA tun sich mehrere Unternehmen zusammen und gestalten mit einer oder mehreren Business School ein auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenes Programm. Die Teilnehmer kommen ausschließlich aus den beteiligten Unternehmen.

Leadership
Die Entwicklung zur Führungspersönlichkeit spielt eine zunehmend wichtige Rolle bei der MBA-Ausbildung. Dabei geht es einmal um theoretische Inhalte wie die Kenntnis verschiedener Führungsmodelle und Führungsinstrumente. Zum anderen legen immer mehr Schulen auch Wert auf Selbstreflexion und die Auseinandersetzung mit der eigenen Persönlichkeit.
Lehrmethoden
Grundsätzlich zeichnet sich ein gutes MBA-Programm durch einen hohen Praxisbezug und stark interaktiven Unterrichtsstil aus. Genutzt werden vielfältige Lehrmethoden wie Vorlesungen, Einzelübungen, Fallstudien (Case Study), Gruppendiskussionen, Kleingruppenarbeit und Management-Simulationen. Je nach Schule überwiegt eine ausgewogene Mischung oder es werden einzelne Methoden bevorzugt. So setzt etwa die Harvard Business School noch immer stark auf die Fallstudie.

Loan Schemes
Um ihren Teilnehmern die Finanzierung des Studiums zu ermöglichen, haben viele Schulen Abkommen mit einzelnen Banken abgeschlossen. Sie gewähren den MBA-Studenten spezielle Darlehen. Häufig genügt den Banken dabei eine Zulassungsbestätigung der Schule als Sicherheit.

Master of Business Administration (MBA)
Der Master of Business Administration (MBA) ist ein Abschluss in allgemeiner Unternehmensführung und vermittelt Kenntnisse in allen dafür notwendigen Funktionen wie Finanz- und Rechnungswesen, Marketing und Personalführung. Der MBA bereitet auf eine Managementaufgabe vor und setzt einige Jahre Berufserfahrung voraus.

Master-Thesis
Abschlussarbeit eines Master-Studiums. Sie ist allerdings nicht bei allen Schulen Pflicht. Bei manchen gibt es den MBA-Titel nach dem Bestehen einer Abschlussprüfung. Bei anderen werden die einzelnen Leistungen während des Studiums oder eine umfassende Projektarbeit bewertet.

Master-Titel
Der MBA ist lediglich einer der Master-Abschlüsse im Bereich Management. Daneben gibt es zahlreiche andere Abschlüsse wie etwa den Master of Science (MSc) in Business Administration oder Management. Die Bezeichnungen sind oftmals verwirrend und der Unterschied ist nicht immer deutlich. Grundsätzlich ist ein Studium zum Master of Science (MSc) wissenschaftlicher ausgerichtet als ein MBA.
Manchmal wird der MBA auch noch mit einem Zusatz versehen wie zum Beispiel der „MBA in International Management“. Dabei nimmt die Zahl der spezialisierten MBA-Programme wie „MBA in Health Management“ zu. Häufig dient der Titel MBA dabei jedoch vor allem Marketingzwecken. Ein MBA verkauft sich eben besser als ein Master of Science. Grundsätzlich gilt: Mindestens die Hälfte des Curriculums sollte sich mit General-Management befassen.

Modularer MBA
Bei dieser Studienform findet der Unterricht in mehrtägigen Präsenzphasen statt. Dazwischen arbeiten die Teilnehmer den Lernstoff selbständig durch, bearbeiten im virtuellen Team Fallstudien oder Projekte. Vor allem Executive MBA Programme setzen auf die modulare Form. Oftmals finden die Module auch in verschiedenen Ländern statt.

Parttime-Programme
Hier wird der Lehrstoff eines Vollzeitstudiums am Abend oder Wochenende vermittelt, so dass die Teilnehmer ihren Job nicht aufgeben müssen. Die Teilnehmer von Parttime-Programmen sind oftmals jünger und verfügen seltener über Führungserfahrung als die Teilnehmer von Executive MBA Programmen. Eine genaue Abgrenzung gibt es aber nicht.

Placement
Hierunter versteht man die Bemühungen der Schule, ihren Absolventen einen Job zu verschaffen (Career Center).

Postgraduate
Der MBA ist ein Postgraduate-Abschluss und setzt daher einen ersten akademischen Abschluss voraus. Das ist in der Regel der Bachelor.
Bei deutschen Bewerbern mit einem alten Diplom-Abschluss verfahren die Schulen unterschiedlich. Manche akzeptieren das Vordiplom, andere einen Abschluss der Fachhochschule oder Berufsakademie, wieder andere – vor allem die Topschulen – nur ein Uni-Diplom. Mit der Übernahme des modularen Studiensystems an deutschen Hochschulen verschwindet dieser Nachteil für deutsche Bewerber.
In Ausnahmefällen lassen selbst Topschulen auch Kandidaten ohne ersten akademischen Abschluss zu. Das gilt vor allem bei Executive MBA Programmen.

Praxisnähe
Ein gutes MBA-Studium ist praxisnah. Dabei sollte nicht nur der Unterricht praxisorientiert sein, sondern die Schule sollte auch möglichst enge Kontakte zu den Unternehmen haben. Bestandteil vieler MBA-Programme sind Internships (Praktika) oder Consulting-Projekte in Unternehmen. Viele MBA-Studenten finden hier auch bereits ihren späteren Job.
Praxisnähe bedeutet jedoch nicht, dass die akademische Forschung eine geringere Rolle spielt. Im Gegenteil: Gute Business Schools zeichnen sich auch durch exzellente und anwendungsorientierte Forschungsleistungen aus.

Promotion
Promotion und MBA sind wie Apfel und und Birne – mit den entsprechenden Problemen beim Vergleich. Während es bei der Promotion darum geht, ein einziges Thema allein in aller Breite und Tiefe wissenschaftlich zu bearbeiten, ist der MBA eine generalistische und praxisorientierte Managementausbildung, bei der zudem großer Wert auf die sozialen Kompetenzen wie Teamfähigkeit gelegt wird. MBA-Absolventen sind daher in den unterschiedlichsten Branchen einsetzbar. Wer dagegen in die Forschung will, sollte eher eine Promotion ins Auge fassen.
Eine Alternative kann der DBA sein, der sich vor allem durch seine stärkere Praxisorientierung von der Promotion unterscheidet.

Ranking
Die Zahl der MBA-Ranglisten wird immer größer. Ständig tauchen neue Listen von Beratungsunternehmen, PR-Agenturen oder Medien auf. Die meisten sind mit Vorsicht zu genießen. Als einigermaßen seriös gelten die Rankings des britischen Wirtschaftsmagazins „Economist“ und der „Financial Times“ (FT). In den USA sind es die Listen von „Business Week“ und „US News and World Report“.
Je nachdem, welche Kriterien angelegt werden, variieren die Ergebnisse teils erheblich. Das Abschneiden in einem einzelnen Ranking ist daher nur bedingt aussagekräftig. So sind auch schon höchst fragwürdige Schulen im FT-Ranking gelandet – und prompt im nächsten Jahr wieder verschwunden. Erst wenn eine Schule in mehreren relevanten Rankings dauerhaft gut abschneidet, kann dies als verlässliches Kriterium gelten.
Die Platzierung in den Rankings sollte aber stets nur ein Kriterium für die Auswahl einer Schule und niemals das allein ausschlaggebend sein. Mindestens genauso wichtig ist die Akkreditierung bei einer seriösen Einrichtung zur Qualitätskontrolle.

Referenzen
Sie ein wichtiger Bestandteil der Bewerbungsunterlagen und sollten von Personen kommen, die den Bewerber als Studierenden oder Mitarbeiter gut kennen. Der Schreiber soll objektive Informationen über dessen Eignung als potentieller Manager geben. Frühere Professoren sollten die akademischen Fähigkeiten beschreiben, den Kandidaten mit anderen Studenten vergleichen und seine persönlichen Qualifikationen für die Teilnahme an einem Managementprogramm hervorheben.
Arbeitgeber sollten seine gegenwärtigen Managementfertigkeiten darstellen und sein Potential deutlich machen. Alle Referenzen müssen in Englisch gehalten sein oder zusammen mit einer Übersetzung vorgelegt werden. Viele Schulen haben dafür eigene Formulare mit speziellen Fragestellungen.

Resume-Book
An allen guten Business Schools wird jährlich ein Absolventen-Jahrbuch mit den Lebensläufen aller Absolventen herausgegeben. Das Resume-Book wird vom Career Center an zahlreiche Unternehmen verschickt und ist Teil des aktiven Marketings der Schulen.

Return on Investment
Ob sich das teure Studium letztlich lohnt und wie schnell sich die Kosten amortisieren, lässt sich so generell nicht sagen. Schließlich ist der Verdienst stets abhängig vom Einzelfall und damit von der bisherigen Berufserfahrung oder besonderen Zusatzqualifikationen.
Wer sich nur durch den Titel einen schnellen Aufstieg auf der Karriereleiter erhofft, kann vor allem bei deutschen Unternehmen das Nachsehen haben. Denn dort wissen manche Personalchefs noch immer nicht so recht, was sie mit dem Titel anfangen sollen und wer Pech hat, landet wie jeder Hochschulabsolvent im Traineeprogramm.
Bessere Jobchancen haben MBA-Absolventen in der Regel bei amerikanischen oder multinationalen Großunternehmen. Zu den beliebtesten Arbeitgebern gehörten – zumindest bis zur globalen Finanzkrise Ende 2008 – die Unternehmensberatungen und Investmentbanken.

Soft Skills
Darunter versteht man vermeintlich „weiche“ Schlüsselqualifikationen wie Team-, Führungs- oder Kommunikationsfähigkeiten. Sie spielen neben der rein fachlichen Ausbildung in jedem guten MBA-Programm eine zentrale Rolle. Angebote zu den Themen Kommunikation, Rhetorik, Präsentation und Teamarbeit gehören daher zum festen Bestandteil des Studiums. Manche Schulen bieten auch Outdoor-Trainings, Ethikseminare oder Projekte in Non-Profit-Organisationen an.

Spezial-MBA
Gerade in Deutschland überwiegen spezialisierte MBA-Programme. Sie fokussieren sich auf eine Branche oder ein Tätigkeitsfeld. Oftmals sind die Bezeichnungen auch reichlich bizarr wie beim “MBA in Management”. Denn ein MBA ist per se ein Management-Studiengang.

Stress
Ein MBA-Studium ist in der Regel sehr aufreibend. Bei Vollzeitprogrammen umfasst der Arbeitstag nicht selten bis zu 15 Stunden pro Tag, einschließlich Wochenende. Denn neben dem Unterricht müssen noch Fallstudien bearbeitet, Hausaufgaben geschrieben und Bücher gelesen werden. Nicht zu unterschätzen ist der Arbeitsaufwand bei berufsbegleitenden Programmen. Wer neben dem Job seinen MBA erwerben will, muss während des Studiums in der Regel auf jegliches Privatleben verzichten.

Studiengebühren
Ein MBA-Studium ist teuer. So muss man für ein zweijähriges Studium an einer amerikanischen Topschule zum Teil über 100.000 Dollar allein an Studiengebühren hinblättern. Dazu kommen Lebenshaltungskosten und der Verdienstausfall. Ein zehnmonatiges Studium an einer europäischen Topschule wie Insead kostet 50.000 Euro (2009). Für ein Executive MBA Programm an einer der führenden deutschen Schulen muss man bis zu 65.000 Euro rechnen.
Wesentlich preiswerter sind manche Programme der Fachhochschulen. Doch Vorsicht. Nicht der Titel an sich bestimmt den Wert der Ausbildung, sondern die Schule, an der er erworben wurde. Vermeintlich teure MBA-Programme führen daher in der Regel auch zu höheren Gehaltszuwächsen. Andererseits ist ein hoher Preis kein Garant für die Qualität eines Programms.

Teamarbeit
Teamarbeit spielt bei allen MBA-Programmen eine wichtige Rolle. Fallstudien oder Projektarbeiten werden stets von Teams bearbeitet. Manche Schulen teilen die Teams zu Beginn des Studiums ein und das Team bleibt während des gesamten Studiums bestehen. Bei anderen wird häufiger gewechselt. Entscheidend dabei ist, dass die Teams möglichst heterogen sind. Die Teammitglieder sollten einen unterschiedlichen fachlichen Background (z.B. Ingenieure und Juristen) haben und aus verschiedenen Ländern kommen. So wird nicht nur der Blick über den eigenen fachlichen Tellerrand gefördert, sondern auch die interkulturelle Kompetenz.

Titelführung
Der MBA ist ein ausländischer akademischer Titel und darf daher in Deutschland nur unter bestimmten Voraussetzungen geführt werden. Die Führung des Titels ohne Genehmigung wird strafrechtlich verfolgt. Es drohen Geld- oder Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr.
Titel, die innerhalb der Europäischen Union an einer im jeweiligen Land anerkannten Schule erworben wurden, gelten als genehmigt. Hinweise dazu findet man auf der Website www.anabin.de. Bildungsinstitute, die mit “H-” gekennzeichnet sind, sind in ihrem Herkunftsland nicht staatlich anerkannt – das heißt, man darf den Titel in Deutschland nicht führen. In den USA gibt es keine staatliche Anerkennung. Hier ist daher die AACSB-Akkreditierung entscheidend.
Bestehen Zweifel an der Anerkennung, sollte man sich nicht auf die Angaben der Schulen verlassen. Denn hier wird nicht selten getrickst und gelogen.

Titelmühlen
Dieser Begriff beschreibt unseriöse Schulen die den MBA-Titel per einen Scheck erteilen. In Europa befinden sich die Titelmühlen (Degree Mills) vor allem in der Schweiz. Die bekanntesten sind die „Universität Teufen“ und „Universität Herisau“. Viele schwarze Schafe jonglieren geschickt mit ihrem Namen. So nannte sich die vor etlichen Jahren geschlossene, berüchtigte US-Titelmühle „Columbia State University“ – in Anlehnung an die renommierte Columbia University in New York. Titelmühlen sind meist Briefkastenfirmen, erkennbar an Adressen wie „Suite 500“ oder Nummern „No.231“. Angebote werden häufig auch per E-Mail verschickt.
Manche Titelmühlen haben professionell gestaltete Websites mit Fotos vom Campus und von Studenten. Einige werben sogar mit Akkreditierungen von selbst erfundenen Akkreditierungsorganisationen.
In den USA informiert die Homepage des Oregon Office of Degree Authorization über rund 200 unseriöse Anbieter von Titeln. http://www.osac.state.or.us/oda/diploma_mill.html
In Europa hilf ein Blick auf die Website www.anabin.de.

Toefl
Der „Test of English as a Foreign Language” (Toefl) ist ein Sprachtest für Personen, die Englisch als Fremdsprache erlernt haben. Er ist Zulassungsvoraussetzung bei den meisten MBA-Programmen. Der Test besteht aus den vier Teilen: Listening, Structure, Reading und Writing. Der Test ist ein computerbasierter Multiple-Choice-Test und kann weltweit in vielen Testzentren abgelegt werden. Die maximal erreichbare Punktzahl liegt bei 120.

Triple Crown
Schulen, die alle drei international relevanten Akkreditierungen von AACSB, Amba und Equis Amba haben, führen die so genannte Triple Crown. In Deutschland ist das bisher nur der Mannheim Business School gelungen (Stand März 2009).

Vorbereitung
Die Auswahl des geeigneten MBA-Programms ist Zeit intensiv. Denn über den beruflichen Erfolg entscheidet nicht der Titel, sondern vor allem auch die Schule, an der er erworben wurde. Auf jeden Fall sollte man die Schulen, die in die engere Wahl kommen, vorher besuchen und sich selbst ein Bild von der Ausstattung und der Lernatmosphäre machen. Zahlreiche Schulen bieten dabei auch spezielle Besuchsprogramme an. Inklusive Bewerbung sollte für die Vorbereitung mindestens ein halbes Jahr veranschlagt werden.

Validierung
Mit diesem legalen Trick versuchen Institutionen, die nicht als Hochschule anerkannt sind, auszusehen wie eine Business School. Das funktioniert so: Eine in ihrem Land anerkannte Hochschule validiert – natürlich gegen eine entsprechende Gebühr – einzelne Studiengänge von Institutionen ohne Hochschulstatus. Sie bewertet also den Studiengang als gleichwertig zu ihrem eigenen Studiengang und vergibt ihren eigenen Titel dafür. Die Studenten erhalten daher den Abschluss der ausländischen Schule, auch wenn sie nie dort studiert haben. Einschlägig bekannt ist dabei vor allem die University of Wales, die bereits Programme an einigen fragwürdigen Institutionen validiert hat.

Voraussetzungen
Mindestvoraussetzungen sind üblicherweise ein erster Universitätsabschluss (Bachelor) und einige Jahre Berufserfahrung. Für die meisten MBA-Studiengänge ist außerdem eine bestimmte Punktzahl beim GMAT und beim Toefl erforderlich. Die Voraussetzungen unterscheiden sich erheblich von Programm zu Programm.

Zulassung
Es gilt die Faustregel: Je besser die Schule, desto strenger die Auslese. Sie hilft auch rekrutierenden Unternehmen, weil sie so von vornherein nur unter den besten Bewerbern auswählen müssen, wenn sie sich an die Absolventen bestimmter Schulen halten.
Die Angaben zum Verhältnis zwischen Bewerbern und tatsächlich zugelassenen Studenten sind allerdings oft mit Vorsicht zu genießen. So betrachten manche Schulen bereits die Anforderung einer Broschüre als Bewerbung. Korrekt ist, nur die Bewerber zu zählen, die tatsächlich ihre kompletten Unterlagen eingereicht haben.